Weiterbildung

Qualifizierte Beratung von behinderten Menschen für behinderte Menschen

Die Methode des Peer Counseling

Peer Counseling (Beratung von behinderten Menschen für behinderte Menschen) wird häufig als die pädagogische Methode der Selbstbestimmt Leben Bewegung behinderter Menschen bezeichnet. Grundgedanke des Peer Counseling ist, behinderte Ratsuchende zu unterstützen, eigene Problemlösungen zu entwickeln, und sie in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken. Dadurch dass der Berater/ die Beraterin selbst behindert ist, kann sich eine größere Vertrauensbasis entwickeln und eine Vorbildrolle wahrgenommen werden. Diese Modellrolle kann sich bei den behinderten Ratsuchenden sehr motivierend auf die Inangriffnahme der eigenen Probleme auswirken. Durch den Kontakt mit behinderten BeraterInnen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie sie selbst, ist es behinderten Ratsuchenden möglich, ihre Probleme nicht nur als individuelle Schwierigkeiten, sondern als gesellschaftliche Probleme zu betrachten, die auch auf politischer Ebene angegangen werden können.
Mit der Durchführung der Weiterbildung in Peer Counseling wollen wir die Grundsätze dieser Beratungsmethode vertiefen. Das bifos bietet seit 1994 regelmäßig Weiterbildungen im Peer Counseling an.

Inhalte der Weiterbildung

Die Weiterbildung besteht aus sechs Basismodulen mit je vier Tagen Dauer, die sich wie folgt zusammensetzen:

  1. Geschichte und Idee von Peer Counseling, Selbstbestimmt Leben Bewegung und persönliche Geschichte
  2. Selbsterfahrung - Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung bzw. chronischen Erkrankung
  3. Beratungsmethoden A: Kommunikation und klientenzentrierte Gesprächsführung
  4. Beratungsmethoden B: Systemische Beratung und Konfliktlösungsstrategien
  5. Beratungsmethoden C: Persönliche Zukunftsplanung
  6. Persönliches Budget/Assistenz - Strukturen und Vernetzung sowie individuelle Hilfesysteme

Teilnahmevoraussetzungen zur Weiterbildung

Die Weiterbildung wendet sich an Menschen mit Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen. Die Bewerber/innen sollten sich bereits mit ihrer Behinderung bzw. Erkrankung auseinandergesetzt haben und über ein gewisses Maß an Authentizität und Offenheit verfügen. Eine Ausbildung in einem Grundberuf ist nicht erforderlich. Von Vorteil für Ihre Bewerbung sind außerdem grundlegende Erfahrungen aus einer Tätigkeit als BeraterIn, wobei diese auch in ehrenamtlicher Arbeit erworben sein können.

Die TrainerInnen

Für die Weiterbildung arbeiten erfahrene, selbst behinderte Personen, die alle seit vielen Jahren als aktive BeraterInnen in der Selbstbestimmt Leben Bewegung behinderter Menschen aktiv sind und Erfahrungen als TrainerInnen haben:

  • Kerstin Blochberger (Hannover)
  • Kristina Badenhop-Brand (Hannover)
  • Uwe Frevert (Kassel)
  • Matthias Rösch (Mainz)
  • Maik Nothnagel (Steinbach/Hallenberg)
  • Evelyn Schön (Hamburg)
  • Gerlinde Busch (Mainz)
  • Johannes Schweizer (Mainz)

Änderungen vorbehalten.